Montag, 17. April 2017

Rezension: Die Seltsamen von Stefan Bachmann

Die Seltsamen

von Stefan Bachmann

Im Original: The Peculiar
übersetzt von: Hannes Riffel
Band 1 der Dilogie
Genre: Steampunk - Fantasy

Verlag: Diogenes
Seitenzahl: 368
Hardcover: 16,90 €
Taschenbuch: 10,00 €
Ebook: 7,99 €
1. Auflage: März 2015




Verlagsinfo


Bartholomew Kettle wäre gern ein ganz normaler Junge, aber er findet sich hässlich – fast so hässlich wie seine Schwester Hettie. Freunde hat er keine. Wie auch? Schließlich ist er ein Seltsamer, halb Mensch, halb Feenwesen, von beiden verachtet, vor beiden auf der Hut. Besonders seit Mischlinge wie er auf mysteriöse Weise verschwinden. 
Eines Tages taucht eine geheimnisvolle Dame in einem pflaumenfarbenen Kleid im Slum von Bath auf. Bartholomew beobachtet sie verstohlen durchs Fenster. Was will sie? Als plötzlich Federn aufwirbeln und die Dame mit einem weiteren Mischlingskind entschwindet, vergisst Barthy jegliche Vorsicht – und wird bemerkt. Ein tollpatschiger junger Politiker, der alle Parlamentssitzungen verschläft, scheint der Einzige zu sein, der Barthy helfen will. Barthy ist überzeugt: Der Nächste in der Reihe bin ich.


Buchtrailer
 



Meine Meinung

In der Nacht vom 23. September, Mitte des 19. Jahrhunderts, schneit es in Bath, in der Nähe von London, schwarze Federn - bis zum Morgengrauen hinterlassen sie nur noch Ruinen. Alle Menschen im Umkreis sterben und schnell wachsen die Gerüchte: Monster gehen um! Doch tatsächlich hat sich ein Portal zur Feenwelt geöffnet und Kobolde, Gnome, Satyre und die hochgeborenen Sidhe strömen aus den Hügeln in die Städte - und sie kommen nicht in friedlicher Absicht ...

"Der Heitere Krieg wurde er genannt, weil auf den Schlachtfeldern so viele 
weiße, grinsende Schädel zurückblieben." S. 15

Die magischen Wesen wurden jedoch von den englischen Soldaten überrannt, versklavt und fristen nun in Elendsvierteln in "New Bath" ihr Dasein. Doch die Zeit heilt alle Wunden und so kommt es, dass die Menschen und Feen Seite an Seite friedlich miteinander zu leben lernen - doch dieser Frieden trügt. Vor allem die Mischlingskinder haben darunter zu leiden. Sie werden geächtet, müssen sich verstecken, damit sie nicht am Galgen landen, und werden von allen nur "die Seltsamen" genannt. 

Also wenn ich das Alter bedenke, in dem Autor das geschrieben hat, muss ich wirklich meinen Hut ziehen! Ich fands wirklich großartig - ein wunderbares Abenteuer spannend von der ersten bis zur letzten Seite und für jedes Alter ein großes Lesevergnügen!

Bartholomew Kettle, ein Mischling, der mit seiner Schwester Hettie nur selten die Wohnung ihrer Mutter verlassen darf, beobachtet aus seinem Versteck auf dem Dachboden gerne die Nachbarschaft. Das Auftauchen der ominösen Dame im plaumenblauen Kleid bleibt nicht ohne Folgen, denn Barthy verwickelt sich immer mehr in eine Verschwörung aus höchsten Kreisen. Ein liebenswerter und zu Herzen gehender Charakter, dem das Schicksal übel mitgespielt hat.

"Aber er hatte sich so sehr einen Freund gewünscht. Er sehnte sich nach jemandem, 
der ihn beschützte, mit ihm redete, der ihm das Gefühl gab, 
dass er nicht merkwürdig und hässlich war." S. 183

Als sich schließlich die Morde an Mischlingskindern häufen, schaltet sich auch die Regierung ein, der Staatsrat - dessen Mitglied auch der unscheinbare Mr Jelliby ist. Eigentlich mag er keine Sitzungen und ihn interessieren auch nicht die großen Dramen, die sich in der Stadt abspielen, doch wie es der Zufall will, gerät auch er in den Bann der mysteriösen Dame. Und damit mitten hinein in ein gefährliches Abenteuer. 
Natürlich gibt es auch einen bösen Gegenspieler. Hier hat der Autor schon recht strikt alles in gut und böse getrennt, was mich in dem Fall nicht gestört hat, da er es trotzdem schafft, die Figuren vielschichtig und entwicklungsfähig zu machen. Es ist nicht großartig anspruchsvoll oder tiefgründig, sondern zeigt eher offen und verständlich, auch für jüngere Leser, was alles möglich ist, wenn man sich nur traut.

Es ist flüssig geschrieben mit vielen verspielten Details und vor allem auch mit ungewöhnlichen und stimmigen Metaphern und Umschreibungen, die die Geschichte auflockern und viel Lesespaß bieten. Gerade durch den Schreibstil hab ich mich wunderbar unterhalten gefühlt und es war durchweg spannend bis zum Schluss. Gerade das Rätseln, was es mit der Dame, den Morden und den mechanischen Vögeln auf sich hat, blieb sehr lange geheimnisvoll und die vielen kleinen Steampunk Elemente des "Qualmzeitalters" haben die Geschichte wunderbar abgerundet.

Vor allem aber auch die Entwicklung der beiden Hauptfiguren hat mir hier sehr gut gefallen, genauso wie die unerschöpflichen, originellen Ideen, die die Geschichte sehr lebendig gemacht haben!

Bewertung
 
http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen

© Aleshanee


Über den Autor: Stefan Bachmann, geboren 1993 in Boulder/Colorado, lebt in Zürich, wo er seit seinem 11. Lebensjahr das Konservatorium besucht (und dort inzwischen die Fächer Orgel und Komposition studiert), ansonsten aber von seiner Mutter bis zum Highschool-Abschluss zu Hause unterrichtet wurde. Er will Filmkomponist werden. Mit 16 schrieb er, inspiriert von seiner Liebe zu Steampunk, Charles Dickens und C.S. Lewis’ ›Chroniken von Narnia‹, sein Debüt, ›Die Seltsamen‹ – ein Riesenerfolg in den USA und nun auch in Deutschland.
Quelle: Diogenes Verlag


Die Reihe als Taschenbuch

 




Kommentare:

  1. Ich freue mich gerade riesig über deine Rezi! Ich hab das Buch vor einiger Zeit in einem Buchladen entdeckt und dann den Namen vergessen :-D Jetzt kann es endlich ganz schnell auf meine Wunschliste wandern. Durch deine Rezi habe ich jetzt auch noch viel mehr lust das Buch zu lesen :-).

    Liebe Grüße,
    Nona

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    1. Ach, das ist ja toll! Ich bin auch nur zufällig drüber gestolpert - zum Glück :) Von anderen Bloggern hab ich bisher noch nichts darüber gesehen. Echt schade, denn das ist wirklich toll!

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  2. Huhu!

    Das klingt richtig gut, sehr originell und ungewöhnlich! Schöne Rezension. :-)

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

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