Mittwoch, 5. April 2017

Rezension: AchtNacht von Sebastian Fitzek

AchtNacht
von Sebastian Fitzek

Genre: Thriller
inspiriert von "The Purge"

Verlag: Knaur
Seitenzahl: 416
Taschenbuch: 12,99 €
ebook: 8,99 €

1. Auflage: März 2017






Verlagsinfo
 

Es ist der 8. 8., acht Uhr acht.
Sie haben 80 Millionen Feinde.
Werden Sie die AchtNacht überleben?

Stellen Sie sich vor, es gibt eine Todeslotterie.
Sie können den Namen eines verhassten Menschen in einen Lostopf werfen.
In der „AchtNacht“, am 8. 8. jedes Jahres, wird aus allen Vorschlägen ein Name gezogen.
Der Auserwählte ist eine AchtNacht lang geächtet, vogelfrei.
Jeder in Deutschland darf ihn straffrei töten - und wird mit einem Kopfgeld von zehn Millionen Euro belohnt.

Das ist kein Gedankenspiel. Sondern bitterer Ernst.
Es ist ein massenpsychologisches Experiment, das aus dem Ruder lief.
Und Ihr Name wurde gezogen!


 Meine Meinung
 

Nachdem ich die Idee vom Film "The Purge" total faszinierend fand war ich natürlich gespannt, was Sebastian Fitzek aus diesem Szenario zusammenbastelt. In seiner Geschichte geht es nicht darum, dass eine Nacht lang komplett alle vogelfrei sind, sondern nur zwei Personen, die aus dem Lostopf der Webside "AchtNacht" gezogen wurden. 

Es ist ein sehr gefährliches Experiment, denn wie viele Menschen glauben tatsächlich, dass die Regierung keine Strafmaßnahmen verhängen wird, sollten diese beiden Unglücksraben in dieser Nacht den Tod finden. Denn natürlich ist die Anzeige im Internet ein Fake - ein Fake, der aber von so vielen tatsächlich für wahr gehalten und unterstützt wird. Man mag ja immer gar nicht daran denken, wie viel "Verrückte" und potenzielle Mörder frei herumlaufen, aber ich denke, dass wie auch hier im Beispiel der Geschichte es mit Sicherheit viele geben würde, die sich dieser Jagd anschließen. Vor allem, wenn auch noch eine Belohnung winkt. 

Der Autor hat das hier sehr gut ins Licht gerückt: Wenn heutzutage etwas im Internet steht, wird es ja meist als wahr hingenommen - auch wenn man merkt, dass die Menschen sich nicht mehr so leicht täuschen lassen; zumindest die meisten. Wie beeinflussbar sind wir wirklich?
Dabei ist mir auch aufgefallen, auch im privaten oder beruflichen Umfeld, dass recht schnell irgendeiner Behauptung geglaubt wird, ohne sie zu hinterfragen. Da wird dann erstaunt geschaut und hinter vorgehaltener Hand darüber gesprochen; ohne auch die zweite Seite anzuhören. Ich persönlich glaube nicht immer alles sofort, was weitergetratscht wird, aus dem einfachen Grund, weil Gerüchte sich sehr oft verselbständigen. Und oft viel mehr bzw. etwas anderes dahintersteckt, als man zuerst vermuten würde.
Die Vernetzung stand ebenfalls im Fokus, denn es ist eigentlich unglaublich, wie gläsern der Mensch durch das Internet und die Daten geworden ist, an die so viele Menschen mit Leichtigkeit kommen können.

Als Thriller hat mir das Buch jedenfalls super gefallen, denn ich war total gefesselt. Am Anfang hab ich ein bisschen gebraucht, um reinzukommen, aber dann konnte ich es kaum weglegen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig und während zu Beginn sich alles noch aufbaut, geht es dann in einem rasanten Tempo Schlag auf Schlag weiter. Dabei werden einige menschliche Abgründe ans Licht gezerrt, die einem an der Menschheit zweifeln lassen ...

Der Protagonist Ben, der auf der Todesliste steht, ist ein abgehalfteter Musiker, dem ein großer Fehler seit Jahren nachhängt und woran auch seine Ehe gescheitert ist. Ob er mir jetzt sympathisch ist, darüber hab ich beim Lesen gar nicht groß nachgedacht, weil ich einfach nur mitgefiebert hab. Jetzt im Nachhinein mag ich ihn aber, auch wenn er viele Fehler gemacht hat, ist er auch nur ein Mensch mit Stärken und Schwächen - und so wie er hat jeder von uns sein Päckchen zu tragen. Auch wenn seins schon recht groß ist.

Manches an der Handlung war durchaus etwas konstruiert, aber im Großen und Ganzen stört mich das in dem Genre nicht, wenn es nicht zu sehr ins Gewicht fällt und ich vor allem so sehr gefesselt bin, dass ich einfach nur weiterlesen möchte.
In einigen Rezensionen hab ich gelesen: das ist leider nicht der übliche Fitzek, den ich gewohnt bin. Dazu kann ich nur sagen: Ich kenne nur wenige Bücher von Fitzek, bisher, und mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen!

Bewertung
http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/4%2F5%20Sonnen

© Aleshanee



Über den Autor: Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seit seinem Debüt „Die Therapie“(2006) ist er mit allen Romanen ganz oben auf den Bestsellerlisten zu finden. Mittlerweile werden seine Bücher in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Als erster deutscher Autor wurde Sebastian Fitzek mit dem Europäischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet. Er lebt mit seiner Familie in Berlin.
Quelle: Knaur Verlag



Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    deine Rezi gefällt mir auch ziemlich gut :) Du triffst den Nagel auf den Kopf und ich kann dir nur zustimmen :)

    Liebe Grüße,
    Steffi vom Lesezauber

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  2. Guten Morgen!
    Ich habe jetzt deine Rezension nur überflogen, da ich das Buch selbst erst noch lesen möchte ;) Aber ich freu mich, wenn es dir gefallen hat und ich selbst freu mich schon ganz sehr darauf.
    Liebe Grüße Anett

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    1. Na dann wünsche ich dir viel Spaß und vor allem spannende Lesestunden damit ;)

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  3. Huhu,

    werde diesen Roman mal im Auge behalten....

    LG...Karin...

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  4. Hallo,

    Ich habe bisher von Fitzek nur ein Buch ganz gelesen und eines abgebrochen, vielleicht sollte ich ihm noch eine Chance geben. Das hört sich auf jeden Fall spannend an! Danke für den Tipp.

    LG Sonja

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    1. Das war jetzt mein viertes von ihm ... Seelenbrecher hat mir auch nicht so gefallen, aber Passagier 23 und vor allem Noah fand ich auch toll!
      Ich werd auf jeden Fall noch mehr ausprobieren, kann mir aber gut vorstellen, dass die Thriller im Stil von "Seelenbrecher" nicht so mein Fall sind ^^ Mal schauen :D

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  5. Hallo :)

    das Buch steht auch auf meiner Wunschliste, aber irgendwie reizt es mich diesmal gar nicht so sehr.. Alle reden zwar immer von dem Film (den ich nicht kenne), aber mich erinnert die Geschichte irgendwie an "Anonym" von Strobel und Poznanski.. Deshalb will ich lieber noch etwas warten..
    Liebe Grüße
    Meiky

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    1. Hab mir jetzt mal den Klappentext von Anonym durchgelesen und ja, auf gewisse Weise klingt es ähnlich.
      Allerdings ist Anonym ja eher ein Krimi mit Ermittlungsarbeit, wenn ich das richtig rausgelesen habe - das ist von der Art her dann schon was ganz anderes ...
      Aber Anonym hab ich noch nicht selber gelesen, deshalb kann ich das nicht gut beurteilen. Lesen möchte ich das aber auch noch :)

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  6. Huhu,

    ich hab mich bisher erst an einen Fitzek gewagt und das war Das Paket. Hat mir eigentlich recht gut gefallen nur ich bin bei AchtNacht irgendwie abgeschreckt von den zwiespältigen Meinungen. Deine Rezi ist aber wirklich schön geschrieben und ich finde die Idee des Buches echt spannend. Vielleicht gebe ich dem ganzen ja doch noch ne Chance :-)
    Liebe Grüße
    Steffi

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  7. Hallo,

    ich habe schon so viele Bücher von Sebastian Fitzek gelesen. Und auch dieses steht auf meiner Wunschliste. Eine sehr schöne Rei hast du da geschrieben.

    lg backmausi81

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  8. Hallöchen,
    Mir hat das Buch ja wie gesagt leider nicht so gut gefallen. Die Idee fand ich auch total faszinierend, nur die Umsetzung fand ich nicht so gelungen. Der Plot war mir zu konstruiert und mit den Protagonisten bin ich einfach nicht warm geworden.
    Ich habe deine Rezension mal in meinem Beitrag zum Buch verlinkt. Ich hoffe, das ist ok. Wenn nicht, dann kurz bescheid sagen, dann nehme ich sie wieder raus.
    Liebe Grüße, Julia

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