Samstag, 12. Juli 2014

Rezension: Blind Walk von Patricia Schröder


Genre: Jugend Mystery-Thriller
empf. Alter ab 14 Jahren

Verlag: Coppenrath
Seitenzahl: 448 Seiten

Hardcover: 17,95 €
ebook: 12,99 €

1. Auflage: Juni 2014

Website der Autorin




"So läuft doch das Leben, oder? Es gibt keine Zufälle. Man trifft genau die Menschen, 
die wichtig für einen sind, um Zusammenhänge zu verstehen, ein bisschen mehr 
über sich selbst zu erfahren und vielleicht auch ein paar Dinge ändern zu können." S. 313


Klappentext

Als die 17-jährige Lida Donelley zusammen mit ihrem Freund Jesper an einem sogenannten „Blind Walk", einem Event aus dem Internet, teilnimmt, rechnet sie mit nicht mehr als ein bisschen Nervenkitzel. 
Zusammen mit fünf anderen Jugendlichen werden Lida und Jesper mit verbundenen Augen in der Wildnis ausgesetzt, ausgestattet mit einem Kompass und ein paar wenigen Gegenständen. Doch von Anfang an ist die Stimmung in der Gruppe hochexplosiv. Die Situation droht zu eskalieren, als die Jugendlichen nach kurzer Zeit die Leiche einer der Männer finden, die sie in den Wald gebracht haben. 
Lida beschleicht das unheimliche Gefühl, dass sie beobachtet werden. Schon bald wird dieser erste Verdacht zur bösen Gewissheit: Irgendjemand da draußen macht Jagd auf sie. Und der Jäger scheint es dabei vor allem auf sie, Lida, abgesehen zu haben.

Meine Meinung

Das war endlich mal wieder ein richtiger Thriller, der mich von der ersten Seite an in den Bann gezogen hat. Nicht so heftig, dass es mir kalt den Rücken runterläuft - schließlich ist es ein Jugendroman - aber auf jeden Fall fesselnd und mit konstanter Handlung. Schon die kurze Einleitung auf der ersten Seite macht klar, dass sich dieses abenteuerliche Spiel zu einem wahren Albtraum auswachsen wird.

Die Protagonistin Lida steht im Mittelpunkt, aus deren Sicht die Handlung in Ich-Form in der Gegenwart beschrieben ist. So ist man immer hautnah am Geschehen und kann sich sehr gut in die schwierige, scheinbar aussichtslose Lage versetzen, in der sie mitsamt der Gruppe geraten ist.
Seit einem halben Jahr ist Lida mit ihrem Freund Jesper zusammen und als sie erfährt, dass er für eine Woche verschwinden will - bei einem Blind Walk mitmachen, bei dem er sie nicht dabeihaben will. Wie immer kann sie ihn jedoch überreden, nachzugeben, doch aus dem prickelnden Abenteuer in der Natur wird eine nervenzerreibende Hetzjagd.
Die Charaktere sind alle sehr gut gewählt und geben einen überaus explosiven Haufen ab. Das schon zu Beginn gereizte Klima erschwert es der Gruppe, zusammen zu finden. Neben Lida und ihrem Freund Jesper gibt es den tonangebenden Thore, die spöttische Natascha, den introvertierten Birk, die pragmatische Joy und die hilfsbereite Isabel.
Schon beim Aufbruch erkennt Lida, dass sie Jesper völlig falsch eingeschätzt hat. Ihre Beziehung ist ihm lange nicht so viel Wert wie ihr und da sie jetzt gezwungen sind, tagelang aufeinander zu hocken, wird die Situation immer schwieriger. Als sie auch noch die Leiche ihres Fahrers finden, liegen bald alle Nerven blank und die Verdächtigungen und die ausweglose Einsamkeit der Wälder arten zu einem psychologischen Kleinkrieg aus.

Aber es gibt noch jemanden, der in das Geschehen involviert ist. Sten, er liegt im Krankenhaus im Koma und findet seine eigenen Wege, seinem bisherigen Leben zu entfliehen.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert, die Kapitel in die Tage und Situationen aufgeteilt, was einen guten Überblick über die Woche gibt, die die jungen Leute in der Wildnis fristen. Die Abschnitte von Lida und den anderen Perspektiven ist durch verschiende Schriftarten hervorgehoben, was ich passend fand und wodurch man sich bestens orientieren konnte.
Die gut gewählte Ich-Perspektive hat mich mitten in dem Geschehen gefangen gehalten. Genau wie die Gruppe des Blind Walk bin ich durch Gestrüpp gewandert und hab die Zweifel gespürt, die Ungewissheit, mit der sie alle zu kämpfen hatten und die Angst, nicht lebend aus dieser verlassenen Wildnis zu entkommen. Patricia Schröder versteht es sehr gut, die Spannung konstant aufrecht zu erhalten.
Das ganze entwickelte sich in eine völlig andere Richtung, die ich erwartet hatte. Die mysteriösen Elemente haben sich aber sehr gut eingefügt und bis auf ein paar kleine Ungereimtheiten war alles sehr gut aufeinander abgestimmt. Die brisante Thematik gibt dem ganzen eine ernste Seite.
Die Auflösung war mir ein bisschen zu konstruiert.

Zusammengefasst

Thematik: Psychologische Herausforderung in der Einsamkeit der Wildnis mit mystischen Elementen und brisantem Hintergrund
Schreibstil: fesselnd von der ersten Seite an
Charaktere: sehr unterschiedlich und gut in Szene gesetzt
Spannung: von Anfang an und steigert sich gegen Ende immer mehr
Umsetzung: durchdacht und mitreißend, abwechslungsreich

Fazit

Ein sehr spannender Mysterie-Thriller, der mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Die widersprüchlichen Charaktere haben der ganzen Stimmung einen beunruhigenden Reiz gegeben und die Spannung bis zum Schluss geschürt. Die Auflösung war etwas dürftig, hat aber mit den Ereignissen einen runden Abschluss gefunden. Kann ich auf jeden Fall empfehlen!


Bewertung

Vielen Dank an den Coppenrath Verlag für das Rezensionsexemplar!

© Aleshanee




Patricia Schröder
© Patricia Schröder
Über die Autorin:  Patricia Schröder, 1960 geboren, lebt mit ihrem Mann, zwei Kindern und einer Handvoll Tieren auf Eiderstedt, wo sie als freie Autorin arbeitet. Sie begann mit Rundfunkessays, später kamen Texte für Anthologien dazu. Inzwischen sind von ihr zahlreiche Kinder- und Jugendromane veröffentlicht und in andere Sprachen übersetzt worden.
Quelle: Coppenrath Verlag

Kommentare:

  1. Ich habe das Buch letztens auch schon entdeckt und finde, dass es interessant klingt. Schade nur, dass du schreibst, dass das Ende nicht so toll sein soll. Jetzt ist mir ein bisschen die Lust vergangen.

    Liebe Grüße
    Mona

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    1. Hi Mona!
      Ich denke, das Ende ist Ansichtssache. Ich persönlich hätte mir zur Aufklärung einiger Punkte etwas anderes gewünscht - vielleicht hab ich das etwas ungeschickt ausgedrückt ... Es ist auf jeden Fall stimmig und passt zur Handlung. Für mich hätten eben 1-2 Punkte etwas anders ausfallen können ;)

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  2. Wow, das klingt echt richtig toll!
    Das mit dem Ende kann ich verstehen, manches mal wünscht mich als Leser einfach etwas anderes, aber wenn es stimmig ist, dann bleibt das Buch für mich trotzdem interessant :)!

    LG Piglet ♥

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    1. Absolut, ich finde, es lohnt sich wirklich, weil die Geschichte was besonderes hat ;)

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  3. Hallöchen :D
    Also ich war schon ziemlich gespannt auf die Meinungen zu diesem Buch, aber ich glaube nun ehrlich gesagt, dass es vielleicht eher nichts für mich ist. Schade eigentlich. Danke für die schöne Rezension!

    Liebst, Lotta

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    1. Ja, schade, aber muss ja nicht für jeden was sein ;)

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  4. Abend liebe Alex :D

    Ich gebs zu...du und das Buch hattet mich schon bei deinem ersten Absatz. :O
    Ihr zwei seid aber auch tükisch...:( ^^
    Hatte vor dem Lesen deiner Rezension dezent angst, dass ich gespoilert werden könnte, da ich das Buch auch unbedingt lesen und mich überraschen lassen wollte ABER zum Glück hast du eigt. fast nichts vom Inhalt an sich preisgegeben, mir aber dennoch die richtigen Dinge aufgezeigt, was so im Buch vor sich gegangen ist und du dich dabei gefühlt hattest. :DDD So muss das sein und ich DANKE dir dafür. *Verzeih aber ich wurde erst neulich von einer rießigen Spoilerwelle bei einer Rezension überschüttet...ich bin da jetzt noch etwas beschädigt. ^^*
    Ich hab eure Blogtour ohnehin im Auge und werde mein Glück versuchen (Bei den tollen Preisen wird Leser ja schon wieder dazu gezwungen ^^) & wünsche dir und deiner Familie dann noch ein schönes Restwochenende.

    Bis zum 16.7.
    ~ Jack

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    1. Hehe, danke :D
      Ich kann das durchaus verstehen, ich kann Spoiler gar nicht leiden und bin beim Lesen von Rezis sehr vorsichtig. Wenn ich selber eine schreibe bemühe ich mich sehr, nur das zu verraten, was keine Rückschlüsse auf die Handlung gibt ;)
      Dir auch noch eine schöne Zeit!

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