Donnerstag, 8. Mai 2014

Rezension: Klammroth von Isa Grimm


Genre: Mysterie Thriller

Verlag: Lübbe
Seitenzahl: 336
Taschenbuch: 14,99 €
ebook: 11,99 €

1. Auflage: März 2014

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Klappentext

Seit Jahren ist der uralte Tunnel stillgelegt. Doch etwas geht um in den Tiefen des Berges. Kinderstimmen wispern im Dunkel, und etwas regt sich in den Schatten.
Einst war Klammroth ein stiller Weinort am Fluss – bis eine Katastrophe die Idylle zerstörte.  Dutzende Kinder starben bei einem verheerenden Unfall im Tunnel, viele weitere wurden entstellt. Nun, sechzehn Jahre später, kehrt eine der Überlebenden nach Klammroth zurück: Anais hat die Qualen des Feuers noch nicht überwunden, als ihr Vater sie zu sich ruft. Etwas Unerklärliches erscheint des Nachts vor den Fenstern. Gespenstisches geschieht – und jemand fordert neue Opfer.
Der Tunnel hat Anais nicht vergessen ...

Zum Inhalt
 

Anais ist mit ihrer 14jährigen Tochter Lily unterwegs nach Klammroth. Sie kommt nur noch selten an den Ort ihrer Heimat, denn die Schrecken aus der Vergangenheit haben sich tief in ihre Seele gebrannt.
Vor 17 Jahren gab es im Tunnel auf der örtlichen Zufahrtsstraße einen schrecklichen Busunfall, bei dem viele Kinder gestorben sind oder schwer verletzt wurden. Anais ist eine davon, doch sie hat das Unglück beinahe unbeschadet überstanden - und die Schuldgefühle, die sie seither plagen, geben keine Ruhe.

Nur weil ihre Stiefmutter gestorben ist, kehrt sie nun nach Klammroth zurück, denn diese ist bei einem Brand in Anais´ Elternhaus ums Leben gekommen. Sie muss sich selbst um den Nachlass kümmern, denn ihr Vater ist seit Jahren in einem Pflegeheim in Klammroth und spricht kein Wort mit ihr. Ihr einziger Kontakt zu ihm sind die unregelmäßigen Anrufe des nachts, in der er ihr wirres Zeug in den Hörer raunt.

So möchte Anais nur die behördlichen Angelegenheiten regeln, um nach ein paar Tagen wieder aus Klammroth zu verschwinden. Aber die Schatten der Vergangenheit holen sie ein und greifen mit ihren flatterhaften Fingern nach ihr ...

"Leere schwarze Müllbeutel. Sie flattern da draußen in der Nacht. 
Flattern und wehen und flüstern." S. 41

Meine Meinung

Der Prolog hat mich gleich sehr eingenommen. Die düstere Atmosphäre des Tunnels, der ein Geheimnis birgt und ein sehr schöner Schreibstil haben mich gleich in den Bann gezogen.
Dann bin ich allerdings etwas schwer reingekommen. Es ist lange Zeit unklar, wohin das ganze führen wird, was aber nicht die erhoffte Spannung erzeugt hat. Es werden viele Fragen aufgeworfen, die auch bis zum Schluss hin leider nicht alle aufgeklärt wurden.

Anais Charakter war sehr präsent und anschaulich beschrieben. Ich konnte mich sehr gut in sie hineinversetzen und ihre Handlungen aufgrund ihrer Vergangenheit nachvollziehen. Am Ende gab es auch noch ein überraschendes A-ha Erlebnis, das dem ganzen eine völlig neue Wendung gegeben hat.
Alle anderen Figuren waren eher blass und blieben am Rande. Ein paar kleine witzige Dialoge haben das ganze aber aufgelockert.

Die dichte Atmosphäre aus dem Prolog kam leider nicht mehr auf. Obwohl viele Aspekte wunderbar schön erzählt wurden und die Autorin auch viele passende Metaphern benutzt hat, kam ich nicht in diese unheimliche Stimmung hinein. Trotz Einsamkeit, dunkle Nächte, ständigem Regen und seltsamen Vorkommnissen hat mich der Nervenkitzel nicht gepackt. Nur einige wenige Augenblicke hat es mich kurz ein bisschen gegruselt.

Ich fand es auch sehr schade, dass der Tunnel eine viel zu untergeordnete Rolle bekommen hat. Die ganze Aufklärung war eine interessante Idee, die sich aber nicht konsequent durchgesetzt hat. Mir kam es manchmal vor, als würde ich die Handlung überfliegen, als würde etwas fehlen, so dass ich die Zusammenhänge nicht wirklich verstehen konnte.


Fazit

Eine Art Psycho-Thriller, der eher in das mystische abgetaucht ist und mit vielen Andeutungen und Verstrickungen ein bisschen den Faden verloren hat. Allerdings hat mich der wunderschöne Schreibstil fasziniert. Die Auflösung am Ende hätte ich mir allerdings anders vorstellen können.

Bewertung


© Aleshanee



Über die Autorin: Isa Grimm ist Dramaturgin an einem großen deutschen Theater. Sie gilt als Expertin für die Gespensterbücher des 18. Jahrhunderts und promovierte über einen Band von 1753 mit dem Titel „Sammlung vieler auserlesener und seltener Geschichte, und merkwürdiger Begebenheiten, welche sich mit erscheinenden Gespenstern, werfenden und rumorenden Poltergeistern, Vorboten der Todes-Fälle, Hexengespenstern, Zauberern, Zauberinnen, Schatzgräbern, u.d.g. an vielen Orten zugetragen hat. Nebst gründlichem Beweis, daß es würklich Gespenster gebe“.
Quelle: Lübbe Verlag

Kommentare:

  1. Huhu =)
    Habe nun schon öfters gelesen, dass die Umsetzung wohl doch ein bisschen zu wünschen übrig lässt. Werde es trotzdem auf meiner WuLi lassen und mal schauen, ob es irgendwann mal bei mir einziehen wird. =)

    Ganz liebe Grüße
    Katie

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    1. Also der Schreibstil ist ja wirklich toll und die Geschichte an sich hat schon was, aber es war halt einfach nicht so, wie ich mir das erwartet hatte ;)

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  2. Das Buch habe ich auch noch vor mir und bin wirklich total unentschlossen, ob ich mich nun darauf freue oder nicht :D Deine Rezi, sowie die vieler anderer, verspricht zwar, dass es kein Desaster ist, aber so richtig umhauen, tut es bisher nur wenige. We will see :)
    Sehr schön wiedergegeben!

    Liebe Grüße
    Shanty

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  3. Stimmt, Klammroth hat bei mir noch ein wenig besser abgeschnitten. Aber von Grundprinzip sind wir da sehr einer Meinung :) Worauf ich beim Schreiben meiner Rezension nicht drauf gekommen bin, ist das verlieren des Fadens :) Das war sehr schön ausgedrückt. Wirklich tolle Rezension :)

    <3 Nadine

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  4. Hey =)
    Eine sehr schöne Rezi =) Ich bin wirklich neugierig auf das Buch auch wenn es wohl bis jetzt noch keinen umgehauen hat. Aber ich lass mich überraschen und werde es definitiv noch lesen =)
    LG Sunny

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  5. Der Inhalt klingt eigentlich richtig interessant. Schade das die Umsetzung nicht so toll geworden ist.
    Habe ich jetzt auch schon öfter gelesen.

    LIebe Grüße
    Vanessa

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