Mittwoch, 19. Juli 2017

Rezension: Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf von Oliver Pötzsch

Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf
von Oliver Pötzsch

Band 7 der Henkerstochter Reihe
Genre: Historischer Krimi

Verlag: Ullstein
Seitenzahl: 688
Taschenbuch: 10,99 €
Ebook: 9,99 €

1. Auflage: Juli 2017






Klappentext
 

Der Schongauer Henker Jakob Kuisl reist im Februar 1672 zum Scharfrichtertreffen nach München. Erstmals hat ihn der Rat der Zwölf dazu eingeladen — eine große Ehre. Kuisl hofft, unter den Ratsmitgliedern außerdem einen Ehemann für seine Tochter Barbara zu finden. Barbara ist verzweifelt: Sie ist ungewollt schwanger und traut sich nicht, ihre Notlage ihrem Vater zu offenbaren. Dann kommt in München eine Reihe von Morden an jungen Frauen ans Licht, und Kuisl wird um Hilfe bei den Ermittlungen gebeten. Alle Morde tragen die Handschrift eines Scharfrichters. Der Verdacht fällt auf den Rat der Zwölf ...



Meine Meinung
 

Man nimmt ja an, dass hier die Henkerstochter Magdalena im Vordergrund der Geschichten steht - doch bisher war es vor allem ihr Vater, der Henker Jakob Kuisl, der im Mittelpunkt des Geschehens stand. Und ich hab den grüblerischen, wortkargen und zum Jähzorn neigenden Alten wirklich sehr ins Herz geschlossen! Aber er wird alt - mittlerweile ist zählt er schon 60 Jahre und er rückt auch in der Handlung immer mehr in den Hintergrund. 

Einerseits etwas schade, andererseits hat Oliver Pötzsch gerade in diesem Band die komplette Familie Kuisl mit einbezogen, was ich wirklich toll fand! 
Die Einladung nach München zum Henkertreffen war ja nicht für alle Familienmitglieder ein Grund zur Freude, aber auch an große Hoffnungen gebunden. Natürlich stolpern die Kuisls wieder über einen üblen Mord und es scheint so, als würde ein Serientäter schon seit vielen Jahren sein Unheil treiben. Während die Münchner am liebsten die Henker selbst als Täter sehen würden, machen die sich auf Mördersuche: allen voran Jakob Kuisl, doch dieses Mal beteiligt sich auch der Rest seiner Familie damit und gerät dadurch zusehends in große Gefahr!

Ich fand es großartig dass ich hier viel mehr Einblick auch in alle anderen Figuren erhalten hab, denn die Perspektiven wechseln zwischen den verschiedenen Kuisls und man erlebt eine spannende Jagd auf verschiedenen Ebenen. Nicht so, dass man durcheinander kommen würde, sondern in einem sehr gut durchdachten und komplexen Handlungsaufbau, der sehr viel Spannung gebracht hat! 

- Barbara zum Beispiel, seine jüngste Tochter, will der alte Kuisl unbedingt endlich verheiraten. Dabei ahnt er nicht, wie dringend eine baldige Hochzeit tatsächlich ist, denn sie erwartet ein Kind, von dem der Vater auf und davon ist.

- Simon Fronwieser, Arzt und Ehemann seiner Tochter Magdalena, erhofft sich eine Möglichkeit, endlich sein Traktat zu veröffentlichen und sich einen besseren Namen als Arzt zu machen

- Peter, der Sohn von Magdalena, ist ein schlaues Kerlchen und möchte unbedingt eine Chance, auf eine bessere Schule in München zu kommen

Magdalena selbst steht zwischen allen Fronten und versucht ihr bestes, um die Familie zusammen zu halten und alles zu einem guten Ende zu bringen. Dabei lässt sie sich auf ein gefährliches Spiel ein und 

Die Handlung spielt ja in München - nicht nur die Heimatstadt des Autors sondern auch meine, und das war natürlich ein ganz besonderes Erlebnis, "meine" Stadt im 17. Jahrhundert sozusagen hautnah zu erleben. Oliver Pötzsch hat wirklich großartig recherchiert und die damalige Zeit mit vielen Details und einem fundierten Hintergrund aufleben zu lassen. Dabei zeigt er das einfache Volk ebenso wie auch die gehobenere Gesellschaft und die große Kluft und den Aberglauben, die damals geherrscht haben.

Eine rundum unterhaltsame, vielseitige und vor allem sehr spannende Geschichte, an der ich absolut nichts auszusetzen habe - ich hoffe sehr, dass Jakob Kuisl noch lange lebt und es noch einige Fortsetzungen Henkersfamilie geben wird!

Das Nachwort beinhaltet wieder einige Erklärungen zu den Personen und den Einzelheiten aus der Region und den Verhältnissen, was ich als Münchnerin besonders toll fand; sogar ein kleiner Stadtführer findet sich im Anhang.

Bewertung
 
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 Idee/Thematik: ✮✮✮✮✮
Aufbau: ✮✮✮✮✮
Schreibstil: ✮✮✮✮✮
Charaktere: ✮✮✮✮✮
Authentizität: ✮✮✮✮✮
Tempo/Spannung: ✮✮✮✮✮ 
Lesespaß: ✮✮✮✮✮


© Aleshanee
 
Vielen Dank an NetGalley für das Rezensionsexemplar!



Über den Autor: Oliver Pötzsch, Jahrgang 1970, war jahrelang Filmautor beim Bayerischen Rundfunk und lebt heute als Autor in München. Seine historischen Romane um den Schongauer Henker Jakob Kuisl haben ihn weit über die Grenzen Deutschlands bekannt gemacht. 
Quelle: Ullstein Verlag


Die Henkerstochter Reihe

1 ~ Die Henkerstochter
2 ~ Die Henkerstochter und der schwarze Mönch
3 ~ Die Henkerstochter und der König der Bettler
4 ~ Der Hexer und die Henkerstochter
5 ~ Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg
6 ~ Die Henkerstochter und das Spiel des Todes
7 ~ Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf


Kommentare:

  1. Hey Aleshanee,

    solche Bücher sind ja leider so gar nichts für mich, aber es freut mich dass dir dieser Band wieder so viel Lesefreude gebracht hat :)

    Liebe Grüße,
    Ruby

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    1. Das ist natürlich schade, aber diese Richtung mag halt nicht jeder ;)
      Aber es ist wirklich toll, dass die Reihe weiterhin dieses Niveau hält und mich noch immer so mitreißen kann!
      Da darf es gerne noch etwas länger werden :D

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  2. Hallo Aleshanee :)

    Auch wir haben den 7. Band in der Buchhandlung aufliegen und ich finde es toll, dass es auch historische Romane aus dieser Zeit gibt, die ordentlich Stoff für eine längere Reihe hergeben. Ich habe sie bis jetzt noch nicht gelesen und daher würde mich interessieren, ob sie auch Krimi-Züge aufweist -da du ja den Mord beschreibst, über welchen sie wieder stolpern-?

    Liebe Grüße und einen schönen Lesetag!

    Misty

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    1. Jap, steht oben beim Genre: "historischer Krimi" ;)

      Es geht in jedem Band um einen Mörder, den vor allem der Henker Jakob Kuisl jagd, aber eben teilweise auch die anderen Familienmitglieder mit involviert sind. Im Laufe der Reihe immer mehr - also ich mag sie total gerne - vor allem auch den ganz eigenwilligen Schreibstil ♥

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  3. Hi Aleshanee,

    eine tolle Rezension, mir hat der 7. Band auch sehr gut gefallen.
    Vorallem, dass man hier die Figuren noch besser kennen gelernt hat, wie z.B. Simon und Magdalenas Kinder. Es war wie immer spannend! :)

    Liebe Grüße
    Nicole

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    1. Danke dir :)
      Ja, das ist echt super, dass man die Familie auch immer besser kennenlernt, vor allem im Hinblick auf noch viele weitere Bände *lach* Nur schade, dass der Henker ja auch immer älter wird, den mag ich schon sehr gerne ♥

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