Montag, 30. Januar 2017

Rezension: Angstmädchen von Jenny Milewski

Angstmädchen
von Jenny Milewski

Genre: Thriller (Horror)
Original: Yuko
Jugendbuch

Verlag: Heyne
Seitenzahl: 336
Taschenbuch: 13,99 €
ebook: 10,99 €

1. Auflage: Jan 2017





Klappentext
 

Die junge, schüchterne Malin zieht in ein Studentenwohnheim ein. Zu ihrer großen Freude bekommt sie das einzige Zimmer, das über eine Badewanne verfügt. Doch dann erfährt sie, dass sich darin ein Mädchen namens Yuko die Pulsadern aufgeschnitten hat. Kurz darauf findet Malin Haarbüschel, die nicht von ihr stammen können, und als sie eines Nachts eine blasse Gestalt sieht, wird ihr klar, dass etwas in ihr Leben getreten ist, das sie nicht mehr loswird. Etwas, das ihr Angst macht – das auf sie wartet – wo immer sie auch hingeht …



Meine Meinung
 

Ja, wo fange ich da jetzt an ... ich weiß ehrlich gesagt nicht, wer den Büchern den Genre-Stempel aufdrückt und gerade "Thriller" sieht man sehr oft, die sich dann als etwas völlig anderes entpuppen. Thrill steht für mich für atemlose Spannung, eine fesselnden Handlung, Schockmomente! Das alles hat hier gefehlt und leider auch noch mehr. Ich hab schon einige begeistere Rezensionen zu dem Buch gelesen und kann leider nichts davon nachvollziehen.

Schon der Schreibstil war für mich von der ersten Seite an sehr gewöhnungsbedürftig. Malin erzählt ihre Geschichte mit sehr einfachen, ja fast schon spröden Worten, die mich eher an einen Schulaufsatz erinnern. Liegts an der Übersetzung? Ich weiß es nicht und ich konnte mir auch nicht vorstellen, wie man das in dieser Art überhaupt veröffentlichen konnte. Das ganze wirkte so aufgesetzt und holprig, dass es für mich keine Freude zu lesen war.

Die Handlung beginnt langsam und steigert das Tempo leider auch nicht. Während Malin, die frisch in ein Zimmer eines Studentenwohnheims in Schweden eingezogen ist, immer mehr seltsame Vorkommnisse bemerkt, die mit dem Selbstmord der vorherigen Studentin zusammenhängen, schweift die Autorin immer wieder ab. Unwichtige Details über das Campusleben, Ausflüge in einen Club oder in Beziehungstreitigkeiten bremsen immer wieder den Fluss und haben eher genervt, als neugierig zu machen. 

Malin selber ist mir auch nicht wirklich sympathisch geworden - ihr Selbstmitleid ist ermüdend und ihre verkorksten Gefühle kann selbst ich nicht nachvollziehen. Ihre Mitbewohner, ein sehr bunt gemischter Haufen, bleibt leider durchweg relativ blass. 

Grusel, Horror, Spannung? Fehlanzeige! Ich war oft nah dran, Seiten zu überblättern, weil es einfach nicht vorwärts ging, aber ich habe immer noch gehofft, dass sich noch was rührt, dass noch ein Gänsehauteffekt kommt. Es gab einige typische und das Klischee bedienende Elemente aus der asiatischen Horrorecke, die aber leider so schlecht in Szene gesetzt wurden bzw. so kurz und unbeteiligt dargestellt wurden, dass es mich nicht packen konnte. Da hatte ich bei jedem Horror-College-C-Movie mehr Angst. 

ACHTUNG SPOILER! ZUM LESEN MARKIEREN!
Am Ende wurde noch nicht mal ein Grund dafür deutlich, warum das alles passiert ist und darauf gründet die Autorin auch noch den Sinn hinter dem ganzen: dass es eben Dinge gibt, die keinen haben. So einfach kann man es sich eben auch machen ...

Ich hatte mich auf ein unheimliches und spannendes Leseerlebnis gefreut und leider nur ein paar zähe Stunden bekommen, wo das einzig gruselige der Schreibstil war.
Irgendwie witzig, dass die Autorin ja Vorträge über Spannung in Literatur und Film hält - die sind dann hoffentlich besser als das, was hier rüberkommen ist...

Bewertung
 
http://blog4aleshanee.blogspot.de/search/label/1%20Sonne


© Aleshanee




Über die Autorin: Jenny Milewski, geboren 1971, liebt Thriller und Horror. Sie arbeitet in der Werbebranche und hält neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit Vorträge über Spannung in Literatur und Film. In der schwedischen Szene hat sie bereits einen Namen und steht mit ihrem Debütroman Skalpelltanz für eine neue Thrillergeneration. Jenny Milewski lebt mit ihrem Mann in Malmö.
Quelle: Heyne Verlag

Kommentare:

  1. Hallo Alex,

    bei deiner Neuzugänge-Vorstellung hattest du ja schon angedeutet, dass die Rezi nicht gut ausfällt. Aber so? Holla! :D Für mich ist sowas immer frustrierend: angebliche Horrorbücher mit fehlendem Thrill und Schock. Wo sind nur all die guten Schriftsteller geblieben, die einem noch das Grauen unter die Haut jagen können... Davon gibt es leider nicht mehr so viele... Oder sie bleiben nahezu unentdeckt.

    LG Steffi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also ich hab in meinen Erinnerungen früher auch einige Bücher gelesen, bei denen es mich richtig gegruselt hat und die Spannung greifbar war, da konnte man die Angst richtig mitfühlen! Davon merke ich leider kaum mehr was und denk mir: Bin ich vielleicht selber so abgestumpft?
      Kann mir das aber gar nicht vorstellen, ist echt schade, dass man da so wenig hört oder sieht - bzw. wenn, dann hab ich dabei immer ein anderes Leseempfinden als andere ^^

      Löschen
  2. Huhu Aleshanee,
    ich musste nach deinem kurzen Einblick zu diesem Buch bei den Neuzugängen doch auf jeden Fall noch deine Rezi dazu lesen! Und die klingt vom Inhalt etc her echt nicht gut. Aber du hast es sehr gut beschrieben ohne zu hart zu werden, das fand ich toll! Jedenfalls bin ich nun echt nicht mehr in der Stimmung irgendwann zu dieser Geschichte zu greifen. Besonders die Worte zum Ende... sorry aber sowas geht für mich auch gar nicht. Das wirkt eher einfallslos. Ich hoffe, dass dein nächster Thriller dich mal wieder restlos begeistern kann!
    Liebe Grüße, Petra

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Dankeschön Petra! Das hoffe ich auch!

      Es gibt ja auch einige sehr positive Meinungen zu dem Buch, aber ich konnte dem ganzen leider so wirklich gar nichts abgewinnen. Und ich mach das selten, dass ich ein Buch nicht empfehle - es gibt ja immer unterschiedliche Meinungen, aber das hier geht einfach gar nicht ^^

      Löschen
  3. Hi :D

    Du sprichst mir mit der Rezension aus der Seele, ich hatte mich noch zu 2 Sternen durchgerungen, weil der Schreibstil gerade noch okay war, aber es war auch für mich ein Flop. Malin fand ich auch echt nervig, weil man eben so gar nichts über sie erfährt! So einen blassen Charakter hat man in Büchern echt selten!

    Liebe Grüße
    Jessi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. jap, blass und farblos - und ich finde, so hat sie das ganze auch erzählt, also mir hat nicht mal der Schreibstil gefallen. Eigentlich gar nichts! Aber ich habs dieses Mal zu Ende gelesen, weil ich von vielen gehört habe, dass es ab der Hälfte so richtig spannend und gruselig wird ^^ Naja, das war wohl nix ;)

      Löschen

Ich würde mich über dein Feedback zu meinem Beitrag freuen! Ich beantworte die Kommentare immer direkt oder schreibe dir gerne auf deinem Blog zurück :)

Die aufgeführten Cover und Bilder sind das Eigentum des jeweiligen Verlages bzw. Schriftstellers
oder Rechteinhabers und dienen nur zur Veranschaulichung.

____________________ Meine Bilder auf Instagram ___________________

_______________________ FACEBOOK NEWS _______________________