Samstag, 28. Februar 2015

Rezension: Das Salz der Erde von Daniel Wolf


Genre: Historischer Roman

Band 1 der Michel de Fleury Reihe

Verlag: Goldmann
Seitenzahl: 1150
Taschenbuch: 9,99 €
ebook: 8,99 €

1. Auflage: Jun 2013

Interview zum Buch mit Daniel Wolf





Zum Inhalt (Verlagseite)

Herzogtum Oberlothringen, 1187. Nach dem Tod seines Vaters übernimmt der junge Salzhändler Michel de Fleury das Geschäft der Familie. Doch seine Heimatstadt Varennes leidet unter einem korrupten Bischof und einem grausamen Ritter, der die Handelswege kontrolliert – es regieren Armut und Willkür. Als Michel beschließt, Varennes nach dem Vorbild Mailands in die Freiheit zu führen, steht ihm ein schwerer Kampf bevor. Seine Feinde lassen nichts unversucht, ihn zu vernichten. Nicht einmal vor Mord schrecken sie zurück. Und schließlich gerät sogar seine Liebe zur schönen Isabelle in Gefahr ...

zum Buchtrailer

Meine Meinung

Der lange Prolog gibt einen guten Einstieg in die Geschichte - bei der Dicke des Buches durfte der auch gerne so lang sein ;) 
Der Protagonist Michel wächst mit seinen Geschwistern als Leibeigener des herrischen und brutalen Guiscard de Thessy auf, doch ihrem Vater gelingt es, mit ihnen in die nahe Stadt Varennes zu fliehen. Dort bekommen sie Hilfe von Herrn Caron, einem dort ansässigen Kaufmann und Michel entwickelt eine sehr gute Freundschaft zu dessen Sohn Gaspard. 
Die eigentliche Geschichte beginnt, als Michel mit gerade 22 Jahren erste Erfolge in seiner kaufmännischen Lehre erzielt. Es gibt viele überraschende Wendungen und ich hab das Buch von der ersten bis zur letzten Seite genossen!

Der Schreibstil ist der Zeit angepasst und sehr flüssig. Trotz der vielen, hauchdünnen Seiten kam ich superschnell voran und es wurde bis auf ein paar kleine Stellen nie langweilig! Aber die sind wirklich kaum erwähnenswert, denn Daniel Wolf hat es tatsächlich geschafft, trotz der Dicke immer wieder abwechslungsreich und unterhaltsam zu erzählen.

Michel de Fleury ist ein sehr sympathischer Protagonist. In Armut aufgewachsen hat er es zu einem angesehenen Kaufmann gebracht und weiß somit sehr gut, die Schwierigkeiten des Alltags zu verstehen und zu meistern. Doch natürlich werden ihm viele Steine in den Weg gelegt, sei es durch die Habgier und Willkür der Obrigkeit, durch den machtgierigen Aristide de Guillory oder den unsäglichen Streit der Kaufmannsgilde, der seine gute Freundschaft zu Gaspard in Frage stellt. Durch seine Ausstrahlung als Worführer wird Michel oft in eine Rolle gedrängt, die er gar nicht anstrebt, doch die Herausforderung fördert sein ganzes Geschick zutage, auch wenn ihm nicht immer eine friedliche Lösung gelingt. Gewalt und Krieg sind ihm ein Gräuel, aber er ist auch nicht so naiv, um davor die Augen zu verschließen. Aber er hat auch seine Ecken und Kanten, was ihn noch authentischer macht!
Einige Charaktere habe ich sehr ins Herz geschlossen, andere hätte ich gerne zum Teufel gejagt :D  Große Überraschungen gab es hier nicht, von ihrem Wesen her waren alle schnell durchschaubar, dafür war die Handlung aber sehr verschlungen und hat mich von Anfang an begeistern können!

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von Michel erzählt und spielt in der fiktiven Stadt Varennes in der Zeit von 1173 bis 1206. Aber es kommen auch ein paar andere Figuren zu Wort, wodurch man einen guten Einblick alle Handlungsabläufe bekommen hat. Es wirkte auf mich sehr gut recherchiert, auch durch die anschaulichen Details und die einfache, stimmige Sprache. Im Anhang gibt es auch ein paar Infos zu den historischen Hintergründen und ein Glossar zu den gebräuchlichen Redewendungen aus der alten Zeit.
Ich hab ja schon einige historische Romane gelesen, aber auch hier wieder neues erfahren. Es ist jedes Mal wieder total spannend, wie die Verhältnisse damals zwischen den Schichten geregelt und ausgespielt wurden - das kann man sich heutzutage kaum noch vorstellen. Gerade der Umgang zwischen den Mächtigen und dem Fußvolk war teilweise sehr entwürdigend, ohne eine Chance, sich jemals zu wehren. Braucht ein Bischof grade zufällig ein Schiff, ist für den "kleinen" Kaufmann halt der nächste Auftrag flöten gegangen - selbst wenn er Pleite geht muss er selber schauen, wie er damit zurecht kommt. Willkür und Machtgier spielen eine große Rolle, ich frag mich nur immer, ob sich da wirklich so viel geändert hat ;)

Die Handelsware Salz hat keine so große Rolle gespielt, wie der Titel vermuten lässt. Im Vordergrund standen aber die Händler und die Kaufmannsgilde, die ein wichtiger Bestandteil in Michels Leben sind. Kriege, Kreuzritter, Aberglauben, Diebstahl, Mord, Entführung - die Geschichte ist wirklich voll bepackt mit allem, was das Herz begehrt.

Zusammengefasst

Thematik: Das turbulente Leben eines Kaufmanns im 12. Jahrhundert
Schreibstil: passend und schön zu lesen 
Charaktere: typisch, meist durchschaubar, aber eine tolle Mischung
Spannung: keine großen Spannungsbögen, trotzdem konnte ich es kaum aus der Hand legen
Umsetzung: rundum gelungen mit vielen Wendungen, wenn auch manchmal vorhersehbar

Fazit

Ein historischer Roman mit allem, was man sich wünscht. Hier hat einfach alles gestimmt und die Handlung hat mich beim Lesen nicht mehr losgelassen. Für Fans dieses Genre auf jeden Fall empfehlenswert. Lasst euch nicht durch die Seitenzahl abschrecken ;)

Bewertung



© Aleshanee



Über den Autor:  Daniel Wolf, geboren 1977, arbeitete u.a. als Musiklehrer, in einer Chemiefabrik und im Öffentlichen Dienst, bevor er freier Schriftsteller wurde. Schon als Kind begeisterte er sich für alte Ruinen, Sagen und Ritterrüstungen; seine Leidenschaft für Geschichte und das Mittelalter führte ihn schließlich zum historischen Roman. Er lebt mit seiner Frau und zwei Katzen in einer der ältesten Städte Deutschlands.
Quelle: Goldmann Verlag

Website des Autors

Michel de Fleury 

1 - Das Salz der Erde
2 - Das Licht der Welt
?


Kommentare:

  1. Hallo und guten Morgen,

    hm, ein echter Klassik im Bereich der historischen Romane.

    LG..Karin..

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  2. *lach* genau die Seitenzahl ist es leider, was mich gerade abschreckt ;) Ich habe das Buch nun schon eine Weile zu Hause liegen und es noch immer nicht begonnen. Ich lese nicht mehr so viel Historisches, hab es aber schon immer gerne gelesen. Deine Rezi ermutigt mich auf jeden Fall! Irgendwann mal ;D

    Liebe Grüße,
    Tina

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  3. Tolle Rezension! Ich habe jetzt wirklich Lust bekommen das Buch zu lesen. Die Seitenzahl ist mördermäßig... Aber trotzdem, die Geschichte klingt toll, mal wieder ein richtiger, schöner, historischer Roman und ich werde mir das Buch deifintiv auf die Wunschliste packen ;).

    Liebe Grüße
    Insi Eule

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    Antworten
    1. Danke dir! :) Die Seitenzahl - ich hab auch gedacht, da sitz ich ewig dran, aber die Seiten fliegen nur so dahin! Ich hab dafür nicht so lange gebraucht, wie für Die Furcht des Weisen mit 860 Seiten ... ist wirklich ein sehr schön flüssig geschriebener historischer Roman, da wird der zweite Band sicher bald bei mir einziehen!

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